Die neue Wohnung ist gefunden, der Umzugstermin steht, und jetzt muss nur noch die alte Wohnung gekündigt werden. Klingt einfach, hat aber ein paar Fallstricke, die richtig teuer werden können: die falsche Frist, eine vergessene Unterschrift oder eine Kündigung per E-Mail, die gar nicht wirksam ist. Damit dir das nicht passiert, findest du hier eine fertige Vorlage für die Wohnungskündigung, dazu ein Anschreiben für die vorzeitige Entlassung mit Nachmietern, ein Wohnungsübergabeprotokoll und eine Checkliste für den ganzen Auszug. Alles kostenlos als PDF und als Word-Datei.

Hinweis vorab: Ich bin keine Anwältin und dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Die Vorlagen sind allgemeine Muster nach bestem Wissen. Bei Streit mit dem Vermieter, einem Zeitmietvertrag oder viel Geld frag bitte den Mieterverein oder einen Anwalt für Mietrecht.
Inhaltsverzeichnis
- Kündigungsfrist: drei Monate und der dritte Werktag
- Achtung Schriftform: warum eine E-Mail nicht reicht
- Download: Vorlage Wohnungskündigung (PDF und Word)
- Download: früher raus mit Nachmieter (PDF und Word)
- Download: Wohnungsübergabeprotokoll
- Download: Auszugs-Checkliste in 10 Schritten
- Wohnungsübergabe: besenrein, Schönheitsreparaturen und Zählerstände
- Mietkaution zurückbekommen
- Die häufigsten Fehler beim Wohnung kündigen
- Häufige Fragen (FAQ)
1. Kündigungsfrist: drei Monate und der dritte Werktag
Für Mieter ist die Sache erfreulich einfach: Du kannst deine Wohnung immer mit einer Frist von drei Monaten kündigen, ganz egal, wie lange du schon dort wohnst. Und das Beste: Du brauchst dafür keinen Grund. Anders als der Vermieter, der ein berechtigtes Interesse nachweisen muss, kannst du einfach kündigen, weil du Lust auf etwas Neues hast.
Wichtig ist der Stichtag: Deine Kündigung muss spätestens am dritten Werktag eines Monats beim Vermieter ankommen, dann endet das Mietverhältnis zum Ablauf des übernächsten Monats. Ein Beispiel: Geht deine Kündigung bis zum dritten Werktag im September ein, endet dein Mietvertrag am 30. November. Kommt sie einen Tag zu spät, verschiebt sich alles um einen kompletten Monat, und du zahlst im schlimmsten Fall doppelt Miete.
Zwei Dinge sind dabei oft missverstanden:
- Es zählt der Zugang, nicht der Poststempel. Wirf die Kündigung im Zweifel persönlich ein oder verschicke sie so früh, dass sie sicher ankommt.
- Samstag ist ein Werktag, Sonn- und Feiertage nicht. Das kann den Stichtag um einen Tag verschieben, deshalb lieber ein paar Tage Puffer einplanen.
Ausnahmen: Bei einem echten Zeitmietvertrag oder einem vereinbarten Kündigungsverzicht (zulässig bis maximal vier Jahre) kommst du vorher nicht so einfach raus. Dann hilft der Weg über den Nachmieter weiter unten. Wohnst du zur Untermiete oder in einer möblierten Wohnung, gelten teilweise kürzere Fristen, ein Blick in den Vertrag lohnt sich.
2. Achtung Schriftform: warum eine E-Mail nicht reicht
Das ist der wichtigste Unterschied zu fast allen anderen Verträgen: Während du deinen Handyvertrag heute meist per E-Mail kündigen kannst, gilt für Wohnungen die strenge Schriftform. Das bedeutet konkret:
- Die Kündigung muss auf Papier erfolgen. E-Mail, Fax, WhatsApp oder ein Anruf sind unwirksam.
- Sie muss eigenhändig unterschrieben sein, eine eingescannte Unterschrift genügt nicht.
- Alle Mieter müssen unterschreiben, die im Mietvertrag stehen. Wohnt ihr zu zweit und unterschreibt nur einer, ist die Kündigung unwirksam. Das gilt auch nach einer Trennung.
- Die Kündigung muss an alle Vermieter gerichtet sein. Gehört die Wohnung einem Ehepaar, müssen beide Namen im Schreiben stehen.
Für den Versand gilt: Am sichersten ist das Einwurf-Einschreiben, weil du damit den Zugang nachweisen kannst. Noch besser ist der persönliche Einwurf mit einem Zeugen. Ein Einschreiben mit Rückschein kann sogar zum Problem werden, wenn der Vermieter im Urlaub ist und die Sendung nicht abholt, denn dann gilt sie unter Umständen als nicht zugegangen.
3. Download: Vorlage Wohnungskündigung (PDF und Word)
Diese Vorlage enthält alles, was hineingehört: Absender aller Mieter, Empfänger, die genaue Bezeichnung der Wohnung inklusive Lage im Haus (also zum Beispiel „2. OG links“), die Kündigung zum nächstmöglichen Termin, die Bitte um Bestätigung, einen Terminvorschlag für die Übergabe und die Kontodaten für die Kaution. Unten sind zwei Unterschriftenfelder vorgesehen, damit auch bei zwei Mietern niemand vergessen wird.

Download: Vorlage Wohnungskündigung (PDF)
Download: Vorlage Wohnungskündigung (Word zum Bearbeiten)
4. Download: früher raus mit Nachmieter (PDF und Word)
Manchmal geht es schneller, als die Frist erlaubt: Der neue Job fängt in sechs Wochen an, die Familie wächst oder ein Pflegefall zwingt zum Umzug. Dann brauchst du eine Einigung mit dem Vermieter, und die Chancen stehen deutlich besser, wenn du ihm die Arbeit abnimmst.
Ganz wichtig zu wissen: Einen allgemeinen Anspruch auf einen Nachmieter gibt es nicht. Der Vermieter darf ablehnen und dich die vollen drei Monate zahlen lassen. Nur in Härtefällen, also bei einem wirklich gewichtigen Grund, kann ein Anspruch auf vorzeitige Entlassung bestehen, und auch dann nur, wenn der vorgeschlagene Nachmieter zumutbar und solvent ist. In der Praxis gilt die Faustregel: Schlage drei geeignete Interessenten vor, dann sagen die meisten Vermieter zu.
Die Vorlage ist genau so aufgebaut: Grund nennen, Wunschtermin nennen, drei Nachmieter mit Kontaktdaten anbieten. Und ganz unten steht der entscheidende Satz, dass du vorsorglich zugleich ordentlich kündigst. Damit läuft die reguläre Frist parallel und du bleibst nicht ewig im Vertrag hängen, falls der Vermieter Nein sagt.

Download: Nachmieter-Anschreiben (PDF)
Download: Nachmieter-Anschreiben (Word zum Bearbeiten)
5. Download: Wohnungsübergabeprotokoll
Das Übergabeprotokoll ist die wichtigste Versicherung gegen Ärger nach dem Auszug. Es hält fest, in welchem Zustand du die Wohnung übergeben hast, und schützt dich davor, dass Monate später plötzlich Schäden auftauchen, die gar nicht von dir stammen. Pflicht ist es nicht, aber unterschreibe niemals eine Übergabe ohne Protokoll.
In der Vorlage findest du eine Tabelle für alle Räume vom Flur bis zum Keller, einen Block für die Zählerstände von Strom, Gas, Wasser und Heizung, ein Feld für die übergebenen Schlüssel und einen Bereich für sonstige Vereinbarungen. Am Ende unterschreiben beide Seiten. Mach zusätzlich Fotos von jedem Raum und von allen Zählern, am besten mit Datum.

Download: Wohnungsübergabeprotokoll (PDF)
6. Download: Auszugs-Checkliste in 10 Schritten
Von der Kündigung über den Nachsendeauftrag bis zur Kaution: Diese Checkliste bringt alles in die richtige Reihenfolge, damit im Umzugsstress nichts untergeht.

Download: Auszugs-Checkliste (PDF)
7. Wohnungsübergabe: besenrein, Schönheitsreparaturen und Zählerstände
Besenrein heißt: Die Wohnung ist leer geräumt, der Boden gekehrt oder gesaugt, grober Schmutz ist entfernt. Eine Grundreinigung mit geputzten Fenstern schuldest du in der Regel nicht, auch wenn viele Vermieter das gern hätten. Dübellöcher solltest du dagegen verschließen.
Schönheitsreparaturen sind der häufigste Streitpunkt beim Auszug. Hier hat sich in den letzten Jahren viel zugunsten der Mieter geändert: Starre Fristenpläne im Mietvertrag („nach drei Jahren Küche, nach fünf Jahren Wohnzimmer“) sind unwirksam. Ebenso unwirksam ist die Pflicht zum Renovieren, wenn du die Wohnung unrenoviert übernommen hast und dafür keinen angemessenen Ausgleich bekommen hast. Prüfe also genau, was in deinem Vertrag steht, bevor du ein Wochenende lang streichst. Im Zweifel hilft der örtliche Mieterverein für kleines Geld weiter.
Zählerstände unbedingt gemeinsam ablesen und ins Protokoll eintragen, am besten mit Foto. Melde die Stände auch selbst deinem Strom- und Gasanbieter, dann gibt es später keine Diskussion über Verbrauch, den jemand anderes verursacht hat.
8. Mietkaution zurückbekommen
Die Kaution musst du nicht sofort am Übergabetag zurückbekommen. Der Vermieter darf sich eine angemessene Prüffrist nehmen, in der Praxis sind drei bis sechs Monate üblich. Einen Teil darf er außerdem länger einbehalten, bis die letzte Nebenkostenabrechnung vorliegt, allerdings nur in Höhe der zu erwartenden Nachzahlung und nicht die komplette Summe.
Damit es zügig geht: Gib deine Kontodaten schon im Kündigungsschreiben an (in unserer Vorlage ist das Feld dafür vorgesehen), lass dir die ordnungsgemäße Rückgabe im Protokoll bestätigen und hake nach der Prüffrist freundlich schriftlich nach. Denk auch daran, deine neue Anschrift zu hinterlassen, sonst kann der Vermieter gar nicht abrechnen.
9. Die häufigsten Fehler beim Wohnung kündigen
- Nur ein Mieter unterschreibt: Stehen zwei Namen im Mietvertrag, müssen auch beide unterschreiben, sonst ist die Kündigung unwirksam.
- Kündigung per E-Mail: Bei Wohnraum gilt die Schriftform, das Schreiben muss auf Papier und eigenhändig unterschrieben sein.
- Den dritten Werktag verpasst: Ein Tag zu spät kostet einen ganzen Monat Miete.
- Kein Zugangsnachweis: Ohne Einwurf-Einschreiben oder Zeugen steht im Streitfall Aussage gegen Aussage.
- Wohnung ohne Protokoll übergeben: Ohne schriftlichen Zustand hast du bei späteren Forderungen schlechte Karten.
- Voreilig renovieren: Viele Renovierungsklauseln sind unwirksam. Erst prüfen, dann streichen.
- Schlüssel vergessen: Auch Keller-, Briefkasten- und nachgemachte Schlüssel gehören dazu, sonst drohen Kosten für einen Schließzylinder.
10. Häufige Fragen (FAQ)
Sind die Vorlagen wirklich kostenlos?
Kann ich meine Wohnung per E-Mail kündigen?
Wie lange ist die Kündigungsfrist für Mieter?
Muss der Vermieter meinen Nachmieter akzeptieren?
Muss ich beim Auszug renovieren?
Wann bekomme ich meine Kaution zurück?
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