Handyvertrag, Fitnessstudio, Zeitschriften-Abo, Versicherung: Irgendwann steht bei fast jedem Vertrag der Moment an, an dem er weg soll. Und dann sitzt man da und überlegt, wie so ein Kündigungsschreiben eigentlich aussehen muss, was unbedingt hineingehört und ob die Frist überhaupt noch reicht. Genau dafür gibt es diesen Beitrag: Hier findest du eine universelle Kündigungsvorlage, die für so gut wie jeden Vertrag funktioniert, dazu eine Vorlage für die außerordentliche Kündigung, eine für den Widerruf und eine Checkliste, mit der du nichts vergisst. Alles kostenlos, als PDF zum Ausdrucken und als Word-Datei zum Bearbeiten.

Hinweis vorab: Ich bin keine Anwältin und dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Die Vorlagen sind allgemeine Muster, die ich nach bestem Wissen zusammengestellt habe. Bei komplizierten Fällen, viel Geld oder Streit mit dem Anbieter frag bitte eine Verbraucherzentrale oder einen Anwalt.
Inhaltsverzeichnis
- Was muss in eine Kündigung hinein?
- Kündigungsfrist richtig berechnen (und was sich 2022 geändert hat)
- Download: Universal-Kündigungsvorlage (PDF und Word)
- Download: außerordentliche Kündigung mit Sonderkündigungsrecht
- Download: Widerruf innerhalb von 14 Tagen
- Download: Checkliste „Richtig kündigen in 9 Schritten“
- Kündigung richtig versenden: Brief, E-Mail oder Kündigungsbutton?
- Die 7 häufigsten Fehler beim Kündigen
- Kündigung nach Vertragsart: die passenden Vorlagen
- Häufige Fragen zur Kündigung (FAQ)
1. Was muss in eine Kündigung hinein?
Eine Kündigung ist erstaunlich formlos, solange die wichtigen Angaben drinstehen. Du brauchst keine juristischen Formulierungen und keine Paragrafen. Damit dein Schreiben eindeutig zuzuordnen ist und nicht zurückkommt, gehören diese Punkte hinein:
- Deine vollständigen Daten: Vorname, Nachname und die Anschrift, die beim Anbieter hinterlegt ist. Hast du zwischenzeitlich einen Umzug hinter dir, nenne am besten beide Adressen.
- Kunden- oder Vertragsnummer: der wichtigste Punkt überhaupt. Ohne sie sucht der Anbieter im schlimmsten Fall lange oder gar nicht. Du findest sie auf der letzten Rechnung, im Vertrag oder im Kundenkonto.
- Der richtige Empfänger: Kündige immer beim Vertragspartner, nicht bei der Filiale um die Ecke oder beim Vermittler. Der genaue Name steht im Vertrag oder im Impressum.
- Ort und Datum: wichtig, weil sich die Frist am Zugang beim Anbieter orientiert.
- Eine klare Aussage: Formuliere eindeutig, dass du kündigst, und zwar „zum nächstmöglichen Termin“. Damit bist du auf der sicheren Seite, falls du dich beim Datum verrechnest.
- Die Bitte um Bestätigung: Lass dir das Vertragsende schriftlich nennen. So merkst du sofort, wenn der Anbieter eine andere Laufzeit im System hat als du.
- Widerruf des Lastschriftmandats: ein Satz, der oft vergessen wird und viel Ärger spart, wenn nach Vertragsende noch abgebucht wird.
- Deine Unterschrift: zwingend nötig ist sie bei vielen Verträgen nicht mehr, sie macht aber einen sauberen Eindruck und schadet nie.
Genau diese Punkte sind in den Vorlagen weiter unten schon vorbereitet, du musst nur noch deine Daten eintragen.
2. Kündigungsfrist richtig berechnen (und was sich 2022 geändert hat)
Die Kündigungsfrist steht in deinem Vertrag oder in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Für Verbraucher ist in den letzten Jahren aber vieles deutlich einfacher geworden, und das kennen viele noch gar nicht:
Verträge ab dem 1. März 2022: Wenn sich ein Vertrag nach der Mindestlaufzeit automatisch verlängert, läuft er seitdem auf unbestimmte Zeit weiter und du kannst ihn jederzeit mit einer Frist von einem Monat kündigen. Die früher üblichen „Verlängerung um ein weiteres Jahr, wenn nicht drei Monate vorher gekündigt wird“-Klauseln sind damit Geschichte. Auch die Kündigungsfrist zum Ende der Erstlaufzeit darf höchstens einen Monat betragen.
Ältere Verträge: Hier gelten oft noch die alten Regeln mit bis zu drei Monaten Frist und Verlängerung um ein Jahr. Schau also unbedingt nach, wann du unterschrieben hast.
So rechnest du: Nimm das gewünschte Vertragsende und zähle die Frist rückwärts. Bei drei Monaten Frist und einem Vertragsende zum 31. Dezember muss deine Kündigung spätestens am 30. September beim Anbieter sein. Wichtig ist nicht das Datum auf deinem Brief, sondern wann er ankommt. Plane deshalb immer ein paar Tage Puffer ein und kündige lieber zu früh als zu spät.
Wenn du unsicher bist, hilft der Zauber-Satz aus unserer Vorlage: „Sollte eine Kündigung zum genannten Termin nicht möglich sein, kündige ich hiermit zum nächstmöglichen Zeitpunkt.“ Damit landet deine Kündigung nicht im Papierkorb, nur weil du dich um zwei Wochen vertan hast.
3. Download: Universal-Kündigungsvorlage (PDF und Word)
Das ist die Vorlage für den Normalfall: Du willst raus aus dem Vertrag, hast keinen besonderen Grund und hältst einfach die reguläre Frist ein. Sie funktioniert für Abos, Mitgliedschaften, Verträge über Strom, Internet, Zeitschriften und fast alles andere. Die PDF-Version druckst du aus und füllst sie von Hand aus, in der Word-Version tippst du die Angaben direkt am Rechner in die eckigen Klammern.

Download: Universal-Kündigungsvorlage (PDF)
Download: Universal-Kündigungsvorlage (Word zum Bearbeiten)
4. Download: außerordentliche Kündigung mit Sonderkündigungsrecht
Manchmal willst du nicht bis zum Laufzeitende warten, und manchmal musst du das auch nicht. Ein Sonderkündigungsrecht kann zum Beispiel bestehen, wenn der Anbieter die Preise erhöht, wenn die vereinbarte Leistung dauerhaft nicht erbracht wird (der Klassiker: deutlich zu langsames Internet), bei einem Umzug in ein Gebiet ohne Versorgung, bei längerer Krankheit im Fitnessstudio oder bei einer Änderung der Vertragsbedingungen.
Zwei Dinge sind dabei entscheidend: Nenne den Grund konkret und lege einen Nachweis bei, also zum Beispiel das Schreiben mit der Preiserhöhung, die Meldebescheinigung oder das ärztliche Attest. Und ganz wichtig: Kündige im selben Schreiben hilfsweise auch ordentlich. Falls das Sonderkündigungsrecht doch nicht greift, bist du dann wenigstens zum regulären Termin raus statt gar nicht. Genau so ist die Vorlage aufgebaut.

Download: Außerordentliche Kündigung (PDF)
Download: Außerordentliche Kündigung (Word zum Bearbeiten)
5. Download: Widerruf innerhalb von 14 Tagen
Ein Widerruf ist etwas anderes als eine Kündigung, und er ist für dich meistens die deutlich bessere Variante. Hast du einen Vertrag im Internet, am Telefon oder an der Haustür abgeschlossen, kannst du ihn in der Regel innerhalb von 14 Tagen widerrufen, ganz ohne Begründung. Der Vertrag wird dann so behandelt, als hätte es ihn nie gegeben, und bereits gezahltes Geld bekommst du zurück.
Die Frist beginnt bei bestellter Ware mit dem Erhalt der Ware, bei Dienstleistungen mit dem Vertragsschluss. Hat der Anbieter dich nicht ordentlich über dein Widerrufsrecht belehrt, verlängert sich die Frist sogar deutlich. Wenn dein Vertragsabschluss also noch keine zwei Wochen her ist: Nimm diese Vorlage statt der Kündigung.

Download: Widerruf-Vorlage (PDF)
Download: Widerruf-Vorlage (Word zum Bearbeiten)
6. Download: Checkliste „Richtig kündigen in 9 Schritten“
Damit unterwegs nichts schiefgeht, habe ich alle Schritte auf einer Seite zusammengefasst: von den Vertragsunterlagen über die Fristberechnung bis zur Kontrolle, ob nach Vertragsende wirklich nichts mehr abgebucht wird. Einfach ausdrucken, abhaken, fertig.

Download: Checkliste „Richtig kündigen“ (PDF)
7. Kündigung richtig versenden: Brief, E-Mail oder Kündigungsbutton?
Bei den meisten Verbraucherverträgen genügt heute die sogenannte Textform. Das heißt: Eine E-Mail reicht aus, eine eigenhändige Unterschrift auf Papier ist nicht zwingend nötig. Klauseln, die für die Kündigung unbedingt einen Brief verlangen, sind bei Verträgen aus den letzten Jahren in aller Regel unwirksam. Trotzdem gilt: Im Streitfall musst du beweisen, dass deine Kündigung angekommen ist. Deshalb lohnt sich der kleine Aufwand.
- Kündigungsbutton auf der Webseite: Seit Juli 2022 müssen Anbieter, bei denen man online abschließen kann, auch einen gut sichtbaren Kündigungsbutton anbieten. Nach dem Klick bekommst du eine Bestätigung, die du unbedingt abspeichern solltest. Das ist der bequemste und sicherste Weg.
- E-Mail: schnell und kostenlos. Bitte ausdrücklich um eine Empfangsbestätigung und hebe die gesendete Mail auf.
- Einschreiben mit Rückschein: der klassische Weg mit dem besten Nachweis, wenn es um viel Geld geht oder der Anbieter sich querstellt. Den Beleg bis zur schriftlichen Bestätigung aufheben.
- Einwurf-Einschreiben: günstiger als der Rückschein und für die meisten Fälle völlig ausreichend.
- Normaler Brief: funktioniert meistens problemlos, du hast im Zweifel aber keinen Nachweis in der Hand.
8. Die 7 häufigsten Fehler beim Kündigen
- Zu spät dran sein: Es zählt der Zugang beim Anbieter, nicht das Datum auf deinem Brief. Plane immer einige Tage Puffer ein.
- Kundennummer vergessen: Ohne sie kann deine Kündigung nicht zugeordnet werden und bleibt im schlimmsten Fall liegen.
- Beim Falschen kündigen: Vertragspartner ist oft nicht das Studio oder der Laden vor Ort, sondern eine Gesellschaft mit ganz anderem Namen.
- Kein Nachweis: Ohne Beleg steht Aussage gegen Aussage, und das geht selten gut aus.
- Bei Sonderkündigung nicht hilfsweise ordentlich kündigen: Greift der besondere Grund nicht, läuft der Vertrag ohne diesen Satz einfach weiter.
- Die Bestätigung nicht prüfen: Steht dort ein anderes Vertragsende als erwartet, musst du sofort widersprechen, nicht erst in einem halben Jahr.
- Abbuchungen nicht kontrollieren: Wird nach Vertragsende weiter abgebucht, kannst du die Lastschrift bei deiner Bank zurückgeben lassen und den Anbieter anschreiben.
9. Kündigung nach Vertragsart: die passenden Vorlagen
Für einige Vertragsarten gibt es auf xobbu bereits eigene Beiträge mit speziell zugeschnittenen Vorlagen und den jeweiligen Besonderheiten. Schau dort vorbei, wenn dein Fall dabei ist:
- Kündigung Handyvertrag: mit der neuen Monatsfrist nach der Mindestlaufzeit, dem Kündigungsbutton und der kostenlosen Rufnummernmitnahme
- Kündigung Fitnessstudio: ordentlich und außerordentlich, inklusive Sonderkündigungsrecht bei Krankheit oder Umzug
- Kündigung Mitgliedschaft: für Vereine, Clubs und alle Arten von Mitgliedschaften
- Wohnung kündigen: mit Kündigungsschreiben, Nachmieter-Anschreiben, Übergabeprotokoll und Auszugs-Checkliste
Für alle anderen Verträge, also Strom, Gas, Internet, Zeitschriften, Streaming, Versicherungen oder Partnerbörsen, nimmst du einfach die Universal-Vorlage von oben. Sie ist bewusst so formuliert, dass sie überall passt.
10. Häufige Fragen zur Kündigung (FAQ)
Sind die Kündigungsvorlagen wirklich kostenlos?
Reicht eine Kündigung per E-Mail aus?
Was ist der Unterschied zwischen Kündigung und Widerruf?
Was mache ich, wenn der Anbieter meine Kündigung nicht bestätigt?
Wie lange muss ich die Kündigung aufbewahren?
Noch mehr Vorlagen und Checklisten auf xobbu:
- Putzplan Vorlagen für WG, Familie und Singles
- To-Do-Listen zum Ausdrucken für alles, was sonst noch ansteht
- Kalender 2026 zum Ausdrucken, praktisch zum Notieren von Kündigungsfristen
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- Vollmacht Vorlagen zum Ausdrucken, wenn jemand anderes etwas für dich erledigen soll
Hat die Vorlage bei dir funktioniert? Und für welchen Vertrag brauchst du noch eine spezielle Kündigungsvorlage? Schreib es mir in die Kommentare, dann nehme ich sie mit auf!

